Neues Leben Auf Den Ruinen Eines Staatsbetriebs : English : Estonian :

 

Können Sie sich einen riesigen landwirtschaftlichen Betrieb mit 6.500 ha Land vorstellen, mit Wäldern, Seen und Straßen? Und mit 1.900 Rindern und 4.000 Schweinen? Und mit 250 Menschen, die mit diesem Betrieb verbunden sind? Und daß alle unter der hellen und nie untergehenden Sonne des Sozialismus glücklich lebten?
Als der frische Wind der Unabhängigkeit im Jahr 19,92 zu wehen begann, war das auch der Beginn einer Landwirtschaftsreform in Estland. Und so kam es auch, daß 8 Leute die verrückte Idee hatten, diesen großen Hof zu privatisieren und das ausgelaugte Land und die erschöpften Menschen mit einer Methode, die schon die Vorfahren angewendet hatten, neu zu beleben: mit der ökologischen Bewirtschaftung des Landes.
Ohne die Hilfe der schwedischen Gruppe für ländliche Entwicklung und derAnthroposophischen Hochschule Dornbach wäre das unmöglich gewesen. Nun sind 12 Jahre vergangen, und statt verlassener Ställe und brachliegendem Land (was wohl das Ergebnis und Ziel der Reform gewesen wäre) steht hier immer noch ein landwirtschaftlicher Betrieb! Freilich ist er ein wenig kleiner geworden - etwa 1000 ha, 250 Milchkühe und 250 Jungrinder, all das unter der Obhut von 40 Arbeitern. Das ist Saidafarm.
Und nun wird auch der beste Weichkäse in ganz Estland auf der Saidafarm erzeugt!
Die Nachfrage ist so groß, daß wir leider nicht in der Lage sind, allen Bestellungswünschen nachzukommen ! Wir träumen auch davon, Hüttenkäse und Joghurt herzustellen, aber für einen Bauern ist es so gut wie unmöglich, einen Kredit für die Ausweitung seiner Aktivitäten zu bekommen. So lange dein Stall nicht so attraktiv wie ein modernes Bankgebäude aussieht, bist du einfach nicht vertrauenswürdig... Außerdem müssen wir unser Produkt vergleichsweise immer noch zu billig verkaufen, weil die Politiker die Wichtigkeit biologisch einwandfrei erzeugter Nahrungsmittel noch nicht erkannt haben.
Am Anfang der Reform bot das Dorf einen traurigen Anblick : die Leute waren weggegangen, die Häuser standen verlassen, es gab keine Arbeitsplätze für die, die sich entschlossen hatten, doch zu bleiben.
Schritt für Schritt kommt Leben in das Dorf zurück Die Menschen suchen nicht nur Arbeitsplätze, sie wollen auch einen Kindergarten und eine Schule in der Nähe haben, sie sehnen sich nach kulturellen Aktivitäten in einem örtlichen Verein. So sind zum Beispiel die Türen des Ellamaa-Zentrums immer offen für all jene, die ihre kostbare Freizeit damit verbringen wollen, zu singen, zu tanzen, handwerklich zu arbeiten oder sich für diverse Kurse interessieren, die der Ausbildung dienen und dafür sorgen, daß man den Anschluß an die sich immer schneller entwickelnde Welt nicht versäumt.
Und dann ist es schön eines Tages zu sehen, wieviel den Menschen an ihrem Lebensraum liegt, wie sie die Geschichte des Dorfes studieren und versuchen, das Wissen und den Erfahrungsschatz der Vorfahren zu retten und zu erhalten.
Estland ist undenkbar ohne die ländliche Bevölkerung, und das Dorf ist die stützende Basis der estnischen Nationalität in schweren Zeiten. Halten wir daran fest!


DER FUß, DER DEM PFLÜG FOLGT, BLEIBT IMMER AUF GERADEM WEG
(Estnisches Sprichwort)


Biologische Landwirtschaft Saidafarm:
Privater landwirtschaftlicher Betrieb (Saidafarm Ltd.)
40 Angestellte, Milchviehhaltung, Weichkäseerzeugung.


 



Esilehele :: Kontakt :: Teejuht

e:mail: saidafarm@saidafarm.ee Tel. +372 6089 341
Viimati uuendatud: 09/07/2007